Vier Bahnreisende begegnen sich im Wartesaal eines kleinen osteuropäischen Bahnhofs. Eine zufällige Begegnung, verursacht durch die Unregelmäßigkeiten des Fahrplans, bedeutet meist verlorene Zeit, wenn man sich nicht aus der realen in die digitale Welt retten kann. Doch zufällig gehören drei der vier Bahnreisenden zu der aussterbenden Spezies der Leser. Sie lassen sich sogar von dem Nicht-Leser dazu verleiten, aus ihrer Reiselektüre Kurzgeschichten vorzulesen, die mehr oder weniger bewusst ihr eigenes Lebensschicksal widerspiegeln. Für den literarisch uninteressierten Zeitgenossen wird dagegen eine willkürlich gewählte Lektüre zu einer existenziellen Erfahrung. Die vorgelesenen Texte und die Kommentare der Zuhörer verwandeln die zufällige Begegnung in ein zunehmend interaktives Geschehen.
Die Namen der vier berühmten Autoren, die einen literarischen Bogen von West- nach Osteuropa spannen, werden erst am Ende der Vorstellung verraten.

Spieler: Oliver Kleiner, Lothar Rauchfuß, Almut Schäfer, Manfred Knorr
Inszenierung: Sandra und Jost Schneider

8., 9., 10., 11. Mai 2014 (20:00)
Ortsverwaltung Dettingen, Kapitän-Romer-Str. 4
Eintritt 5,-€, 3,-€ (Schüler/Studenten)
Reservierungen: Fon: 07533-1555

Eine Amateurtheatergruppe ist auf vier Mitglieder geschrumpft und steht vor ihrer Auflösung, wenn nicht etwas Dramatisches geschieht. Der Regisseur ist überzeugt vom sicheren Erfolgsrezept seines eigenen Stücks, das die Rettung bringen soll. In einigen skurrilen Szenenproben werden Kostproben des Stücks geboten, über die eine anspruchsvollere Spielerin urteilt: „Das hier ist nicht gerade Tschechow.“ Dem gesunkenen Niveau steht aber im Vorverkauf ein wachsendes Publikumsinteresse am Thema des Stücks gegenüber. Der ökonomische Erfolg, der über Sein oder Nichtsein entscheidet, wird schließlich auch zum künstlerischen Maßstab.
Das Amateurtheater kann es sich leisten, den Triumph der Quote zum Gegenstand einer satirischen Komödie zu machen.

Personen: Gordon Manfred Knorr
  Bernard Lothar Rauchfuß
  Joyce Gertraud Hauswald
  Margaret Almut Schäfer
Inszenierung: Sandra und Jost Schneider

10., 11., 12., 13., 14. Dezember (20.00)
Ortsverwaltung Dettingen, Kapitän-Romer-Str. 4
Eintritt: 5,-€ (Schüler/Studenten) 3,-€
Reservierungen: Fon: 07533-1555; Fax: 07533-4079

„Last Tango in Little Grimley“ is presented by special arrangement with SAMUEL FRENCH, LTD. The video and/or audio recording of this performance by any means whatsoever are strictly prohibited.

Das Hermes-Theater in Dettingen ist 16 Jahre alt und braucht frisches Blut – weibliches oder männliches. Wer Theater spielen will, kann, muss oder soll, ist zu einem unverbindlichen und kostenlosen Workshop eingeladen.
Wann? Am 22.09.2013 um 11.30 Uhr (nach dem Wählen!)
Wo? In der Ortsverwaltung Dettingen, Kapitän-Romer-Str. 4 (Buslinien 4 oder 13).
Nähere Informationen unter Tel 07533-1555

Kaum ein europäischer Autor der krisenhaften siebziger Jahre hat so nachhaltig gewirkt wie der jung verstorbene Bernard-Marie Koltès. Schon der frühe Monolog eines Fremden mit dem rätselhaften Titel „Die Nacht kurz vor den Wäldern“ (1977) verschaffte dem Autor seinen Durchbruch als Dramatiker.
Dramatisch erscheint die Situation des Fremdseins in einem doppelten Sinn – als soziales Ausgestoßensein aus einer anonymen Gesellschaft und als individuelle Suche nach dem Anderen, der dieser Fremdheit der Welt etwas Vertrautheit entgegensetzen könnte. An dieser existenziellen Situation hat sich in den vergangenen dreißig Jahren grundlegend nichts geändert, die tiefer gewordene soziale Kluft hat die zwischenmenschliche Entfremdung noch verschärft.
In der Inszenierung des Hermes-Theaters dient die künstliche Umwelt einer Wegwerfgesellschaft als spielerischer Ersatz für die verschwindende Wahrnehmung des Anderen.

Mit Nicola Armando Liguori
Inszenierung Sandra und Jost Schneider

3., 4., 5., 6., 7. Juli 2013 (20.00)
Ortsverwaltung Dettingen, Kapitän-Romer-Str. 4
Eintritt: 5,-€ (Schüler/Studenten) 3,-€
Reservierungen: Fon: 07533/1555; Fax: 07533/4079

„Dettingen ist nicht Konstanz“ (Südkurier), hat aber eine deutsche Erstaufführung zu bieten.
Das Hermes-Theater zeigt eine Theaterfassung des „Tagebuchs einer Hausangestellten“ (1900) von Octave Mirbeau, einem der prominenten französischen Autoren, die der dekadenten Klassengesellschaft ihrer Zeit einen satirischen Spiegel vorhielten. Die klassische Rolle der gewitzten Dienerin, die sich die Amoral ihrer Herren zunutze macht, gewinnt durch die intime Tagebuch-Perspektive persönliches Profil. Ihr Bericht wird zu einer kabarettistisch zugespitzten Abrechnung mit dem ausbeuterischen System und seinen Repräsentanten. Das Schicksal der Dienerin nimmt aber eine unerwartete Wendung, wenn die kriminelle Energie eines Arbeitskollegen ihr selbst zu einem gesellschaftlichen Aufstieg verhilft und die soziale zur individuellen Abhängigkeit wird.

Personen: Margret Schröder
Inszenierung: Sandra und Jost Schneider

29., 30. November und 1., 2. Dezember (20.00)
Ortsverwaltung Dettingen, Kapitän-Romer-Str. 4
Eintritt: 5,-€; (Schüler/Studenten) 3,-€
Reservierungen: Fon: 07533/1555; Fax: 07533/4079